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zart & zackig

zunächst kamen die Künstlerinnen in das Frauenmuseum, um ihre isolierte Arbeitsituation zu überwinden, doch auch, um überhaupt mehr Platz für ihre Produktion zu haben.
Sie richteten in der Zeit von 1983 bis 1986 sieben Ateliers im noch weitgehend offenen Museum ein, das noch sehr an das Kaufhaus erinnerte, das es einmal war. Viele Wände mussten überhaupt erst gebaut werden.
1986 entschlossen sich die Künstlerinnen, als
Ateliergemeinschaft zart & zackig von nun an gemeinsame Ausstellungen zu machen. Diese Ausstellungen sollten den permanenten Dialog zwischen den Ateliers widerspiegeln. Tatsache war aber, dass sich einige Atelierkünstlerinnen von der Kreativität ihrer Ateliernachbarin bedrängt und geradezu bedroht fühlten, als wären die Stein- und Holzwände wie transparente Membranen, so durchlässig und mitteilsam, denn die Themen „Haare“ oder „Kirche“ wanderten plötzlich von einer zu anderen.
Wenn auch nicht ständig über die Kunst kommuniziert werden konnte, brachten die Ausstellungen einige gemeinsame Linien zutage:

Anliegen,
Inhalte
Vieles hatte mit dem Körper zu tun, unserem klassischen Ausgangsmaterial. So die Projekte „Friss oder stirb“ (1990, KüFO Bonn), „ArtRose“ (1999, ArToll-labor, Bedburg-Hau), oder „Prothese“ (2002, Haus an der Redoute), und „Leibhaftig“, (2005 BBK-Frankfurt, Kunstspeicher Würzburg)
Das Sakrale
war ebenfalls ein roter Faden: s. „Fastenzeit“ (1995 Galerie 68/11, Köln), „Sacra Feminarum“ (1989 Kunstverein Frauenkirche Erding) und vor allem „Kunstkiste“ im K.E.Osthaus-Museum Hagen. Hier baute jede für jede 8 sargähnliche Kisten mit Grabbeilagen zu einer Rieseninstallation … Leicht
nekrophyl kommen auch das Kofferprojekt daher (Was retten wir?), „Schwarzarbeit“ (1992 auf Kampnagel, Hamburg).
Reisen:
Mit „Rheingold“ machte sich die Gruppe auf große Finnlandtournee, mit „Lady in Enzianblau“ nach Budapest u. Regensburg, und der große Clou waren die
Aktionen:
gegen den Golfkrieg, gegen die Gewalt an Frauen in Ex-Jugoslavien.
Die Hut - Aktion „Erhobenen Hauptes“ führte durch die großen Museen in Bonn und Berlin, die Handtaschenaktion „Fupp“ in New York ins Metropolitan, Whitney, Guggenheim und MoMA, Kooperation mit Ceres Gallery am Broadway, N.Y.
Aktuelles:
Die Ausstellung „UNVERWÜSTBAR“ 2011 im Haus an der Redoute, Bonn,
ist vielleicht unsere letzte in diesem liebenswürdigen Rokoko-Palästchen. Doch die Kunst gibt nicht auf, sie findet andere Orte, sie hat vor allem zu reagieren.
Die Katastrophenserie in Japan – Erdbeben, Tsunami, Atommeilerexplosion mit unfassbaren Folgen – das beschäftigt zart & zackig in diesen Zeiten..
M.P.

Aktuelles:
UNVERWÜSTBAR hieß unsere letzte Ausstellung 2011 im Haus an der Redoute, aber der Ort auch als Kunstraum hat sich gehalten und so zieht zart & zackig wieder diesmal mit GOLD ein. Die Ausstellung läuft vom 15. Juli 2015 (Tag der Eröffnung) bis zum 16. August 2015.



Foto: Huriye Hallac